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SHORT CUT: Tip Top
30 / 06
2016
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Happy Dot Shirt 1

Es gibt, das kennt Ihr bestimmt auch, Teile, die zieht man an und weiß, wenn nicht Spaghettisoße, Balsamicodressing, Kinderkotze oder ähnliches drauf landen würde, man würde sie nicht mehr ausziehen. So ein herrlich gemütliches Shirt ist mir bei Zara im Sale über den Weg gelaufen und es war sofort klar, das muss noch in anderen Farben her…zum Beispiel in Punkten…meinem absoluten Must-Have-Muster derzeit. Also ein klarer Fall für einen SHORT CUT.

Happy Dot Shirt 2

Zunächst falte ich das Shirt in der Mitte und lege es mir glatt auf ein großes Stück Papier. Im Anschluss zeichne ich mit einem Bleistift die Außenkanten des Shirts nach (1). Da es am Bund durch ein Bündchen leicht gerafft ist, muss ich das Shirt unten etwas auseinanderziehen, um eine passende Linie einzeichnen zu können (die rosa Linie)…ja dafür wäre es praktisch drei Hände zu haben.

Danach übertrage ich mir die Halsauschnitte mit Hilfe von Patchworknadeln. Ich steche durch die Nähte, die Shirt und Bündchen verbinden, um diese Einstichpunkte später auf dem Papier miteinander zu verbinden und so das vordere Halsloch (gelbe Linie) und das hintere Halsloch (blaue Linie) zu erhalten.

Happy Dot Shirt 3

Auf dem Papier habe ich jetzt vorderes und hinteres Shirt in einem Schnittteil, da sie sich ja nur durch ihre Halsausschnitte unterscheiden.

Das Shirt hat am angeschnittenen Ärmel (das heißt, der Ärmel ist direkt an das Vorder- und Rückteil konstruiert und besteht nicht aus einem extra Schnittteil) einen Umschlag. Deshalb zeichne ich parallel zur Ärmellinie im Abstand von 3 cm eine Linie (pink). Mein Umschlag ist dann also 3 cm breit. Hier kann man natürlich ganz nach Geschmack variieren oder ihn durch ein Bündchen oder einen einfachen Saum ersetzen. Achte darauf, dass der Umschlag gespiegelt werden muss. Du verlängerst also nicht einfach Seiten- und Schulternaht in den Umschlag hinein, sondern nutzt die Ärmellinie als Spiegelachse. Wenn Du von dort 3 cm nach innen abträgst und eine gepunktete Hilfslinie (grau) einzeichnest, die Schulter- und Seitennaht schneidet, erhält man die richtige Länge für die Umschlaglinie (pink).Happy Dot Shirt 4

Jetzt kann schon zugeschnitten werden. Ich habe mich für den tollen Interlock von Brich Fabrics entschieden, den es natürlich bei uns im Laden gibt und dann hoffentlich ganz bald auch online, wenn der Shop endlich steht….ahhh ich brauche mehr Zeit (kommt Euch das bekannt vor?)

Ich lege den Stoff in den Bruch und schiebe das Schnittteil mit der Vorderen/Hinteren Mitte an den Bruch (so geht Ihr sicher, dass der Fadenlauf stimmt). Jetzt wird das Schätzchen zugeschnitten, dabei ist unbedingt daran zu denken, dass überall noch 1 cm Nahtzugabe addiert werden muss. Ich bin ein faules Mädchen und schneide das ganze einfach zwei Mal zu und schneide dann am Vorderteil den Ausschnitt noch aus (schwarz gepunktete Linie), dabei aber nicht vergessen, ebenfalls 1 cm Nahzugabe zu hinzuzugeben. Wer braucht schon zwei Schnittteile?

Happy Dot Shirt 5

Und jetzt kann genäht werden. Ich liebe meine Overlock und nutze sie für Shirts sehr gerne. Der wunderbare Zickzack-Stich der Nähmaschine erfüllt hier aber auch seinen Zweck. Ich lege Vorder- und Rückteil mit ihren rechten Seiten aufeinander (1) und schließe EINE Schulternaht (2).

Jetzt schneide ich mir Hals- und Bauchbündchen zu. Für beide schneide ich Streifen mit einer Höhe von 5 cm zu, die ich anschließend hälftig bügeln, sodass ich lange Streifen habe, die doppelt liegen und 2,5 cm hoch sind, an einer Seite im Bruch liegen und eine offene Seiten haben. Ich bin faul und rechne nicht lange rum, den Streifen für den Halsbund schneide ich so lang zu, dass er ungefähr die Länge des Halsausschnitts hat. Jetzt lege ich ihn rechts auf rechts auf das Shirt mit dem Bruch Richtung Shirt und der offenen Kante Richtung Halsloch. Ich nähe den Streifen an (4), indem ich ihn etwas dehne, damit sich der Ausschnitt später schön an den Hals schmiegt. Im Anschluss schließe ich die zweite Schulternaht (5). Und dann können die Seitennähte vom Ärmel bis zum Saum auf beiden Seiten geschlossen werden.

Die Länge des Bauchbündchens berechne ich dann schon (obwohl ich faul bin), damit ich es als geschlossenen Kreis an das Shirt nähen kann. Mir gefällt die Kräuselung beim Zara Shirt gut, sie dürfte für mich trotzdem etwas schwacher sein. Ich messe also die gesamte Breite des Saums. Sie beträgt in meinem Fall 110 cm und ich multipliziere sie mit 0,8 (umso kleiner der Multiplikator, umso enger wird das Bündchen und umso stärker die Kräuselung). Somit ergibt sich für meinen Bündchenstreifen eine Länge von 88 cm. Den Streifen schließe ich zu einem Kreis (6).

Um das Bauchbündchen gleichmäßig anzubringen, viertel ich es mir und markiere das mit Stecknadeln. Mit dem Shirt tue ich dasselbe, wobei hier die beiden Seitennähte und jeweils die Vordere und Hintere Mitte den Vierteln entsprechen. Jetzt setze ich das Bauchbündchen rechts auf rechts an, wobei der Bruch wieder Richtung Shirt und die offene Kante nach unten zeigt (7) und schwups einmal umgenäht und das vorläufige Ergebnis bewundert (8).

Happy Dot Shirt 6

Jetzt schlage ich die Ärmel um den 1 cm Nahtzugabe und anschließend 3 cm ein (9) und steppe das ganze an den Schulter-, der Seitennähten und zwei drei anderen Stellen mit wenigen Stichen fest, damit sich die Ärmel nicht wieder aufkrempeln (10). Den Halsausschnitt steppe ich ebenfalls ab (11), fürs Absteppen wähle ich in der Regel mindestens eine Stichlänge von 4mm. Jetzt sitzt der Ausschnitt wunschgemäß (12). Wenn meine Kollegin nicht versehentlich das Schnittmuster mit nach Hause genommen hätte, wäre das TIP TOP gleich  noch aus anderen schönen Jerseys entstanden, denn „if the shirt fits, sew it in every color“!

Happy Dot Shirt 7 real

Happy Dot Shirt 8

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