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FASHION ARCHITECTURE: Ein Sweatshirt für mich und Dich
14 / 11
2016
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Ich habe ja schon berichtet, dass ich das Ziel habe, endlich den eigenen Kleiderschrank von den ganzen Fummeln zu befreien, die ich sowieso nie anziehe und im Zuge dessen einfach wieder mehr für mich zu nähen. Meine Schwarz/Weiß Liebe nimmt immer mehr zu und der Schrank ist voll von den verschiedensten schwarzen Oberteilen. Aber irgendwie fehlte ein schönes weißes Sweatshirt…vielleicht ist das dem Umstand geschuldet, dass mein Keks ja bis vor Kurzem auch immer noch die Hälfte aller aufgenommen Nahrung wieder ausgespuckt hat und sein Lieblingsessen Himbeeren sind…Jetzt hat mich dann aber die Weißlust gepackt.

 

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Ich hatte sofort die Idee, das Sweatshirt durch ein Detail aufzupeppen (oh man, irgendwie n ziemlich antiquiertes Wort…wem fällt ein passenderes ein?). Vor einiger Zeit hatte ich mal ein Schnitt gemacht für ein Loosefit-Raglan Sweatshirt mit leicht verdrehten Seitennähten…das gibt dem Sweatshirt eine leichte Eggshape…sehr Figur schmeichelnd. Aber für dieses mal wollte ich einfach noch ein bisschen mehr Pfiff (ach Du Güte, noch so ein Wort). Ich habe mir also überlegt ein Plastron hinzuzufügen…stellt es Euch vor wie ein Latz für Mamis, das allerdings Schnittteil des Sweatshirts wird und nicht etwa locker auf der Brust hängt. Also habe ich das Plastron in das Vorderteil meines Schnittmusters eingezeichnet und ausgeschnitten, wenn Ihr das auch ausprobieren wollt, dürft Ihr nicht vergessen, die Nahtzugaben wieder anzuzeichnen, um die zwei neu entstandenen Vorderteil-Teile zusammensetzten zu können. Bei der Ausformung des Plastrons sind der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Ich habe mich für eine ganz klassische Form entschieden, die kurz unter der Brust endet. Ursprünglich hatte ich die Idee, das Plastron mit runden, floralen Linien abzusteppen und dann eine Pompom-Borte in der Teilungsnaht mitzufassen. Außerdem glaubte ich, dass ich das Plastron mit Volumenvlies verstärken würde, um ein möglich plastisches Ergebnis zu bekommen…tja und wie das auf Baustellen so ist, läuft vieles dann doch anders, als man erst dachte. Tatsächlich habe ich dann neben dem farblich abgestimmten Garn nur Bündchen und den angerauten French-Terry benötigt.

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Das Plastron habe ich doppelt zugeschnitten und dabei festgestellt, dass eine Verstärkung mit Volumenvlies eben nicht nötig scheint. Damit beim Absteppen die beiden Teile nicht gegeneinander verschieben, habe ich sie mit Nadeln fixiert. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, um meine floralen Muster vorzuzeichnen…aber irgendwie sträubte sich alles in mir mit pinker Kreide auf die rechte Stoffseite des butterweichen French-Terry zu zeichnen…also stand ich vor der Wahl entweder freihändig Kurven zu nähen oder meiner Sehnsucht nach Geraden nachzugeben und diese freischnauze auf das Plastron zu platzieren. Bei der ganzen Mustergestaltung kann man sich hier total austoben…Ihr seht, bei mir gehts ganz wild zu. Die Vorliebe fürs Grafische kommt dann halt doch immer durch.

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Das Plastron wird, wenn fertig, einfach an das Vorderteil genäht und ich habe es anschließend mit der Overlock versäubert und die Naht bei ca. 4 mm abgesteppt. Danach wird der Raglan-Sweater wie üblich fertiggestellt. Das ganze lässt sich natürlich auch bei Sweatshirts mit klassischen Ärmeln anwenden. Da ist jeder sein eigener Architekt. Ich liebe es ja monochrom und finde, dass man auf diese Weise ein einfarbiges Teil sehr besonders gestalten kann –  mit einem extra Kniff halt. Es ist auch absolut denkbar, das Plastron farblich abzusetzen…hab da tatsächlich schon ein paar Stoffe im Kopf, die sich sehr gut mit Schwarz und Weiß vertragen und ein bisschen Farbe ins Spiel bringen würden.

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Hahaha…und hier jetzt die ersten Bildzeugnisse meiner Selfie-Stick-Premiere vorm Laden bei -3° Celsius und Passanten, die mich zu recht schräg beäugten. Mein rechter Arm hat danach kurz nach einer Massage verlangt…shit, ist das Handy mit Hebelwirkung schwer. Und, Liebster, die Bilder, die Du gestern gemacht hast mit der Spiegelreflex im Esszimmer sind natürlich besser…also technisch, aber ich habe die Speicherkarte zu Hause vergessen…

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Den Ausschnitt habe ich wieder mit einem Jerseystreifen versäubert….aus einem traumhaften Baumwolljersey, den wir ganz neu in 4 Farben haben. Die gewählte Farbe passt perfekt zu meinen neuen „ahhhhh-I-am-in-heaven-Sneakern“, sieht man zwar dann nicht, aber ich weiß es und das fühlt sich gut an.

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Wie gesagt, die nächste Stoff-Kombi liegt bei mir schon parat. Ich habe für Euch mal nach einem Raglan-Schnittmuster geschaut, dass sich gut eignen würde für so eine Plastron-Verarbeitung und bin bei Pattydoo fündig geworden. Ich glaube, wenn man sich für dort für den Newsletter anmeldet, bekommt man das Schnittmuster AMY als Freebie geschickt. Es ist für Sweat-Stoffe konzipiert und bietet sich daher für dieses Projekt besonders gut an. Ich wünsche Euch viel Spaß bei Euren architektonischen Meisterwerken.

Habt es warm. Kusskiss

Nelly*

 

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