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ROCK ME: Musselin Rock
16 / 05
2017
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Also wenn es diesen Frühling einen Trendstoff in der Welt des Selbernähens gibt, dann ist das ja wohl ganz klar Musselin. Das brauche ich Euch ja nicht erzählen. Nachdem ich mir schon das ganze letzte Jahr überformatierte Babywindeln als Schal um den Hals gehängt habe, habe ich mich sehr gefreut, als hier dann die vielfältigsten Farbpaletten der Stoff-Großhändler eintrudelten und neben uni farbenen Musselinen, der Traumstoff jetzt auch mit Muster erhältlich ist. Klar, für Kinder fallen einem gleich einige Nähprojekte ein, als Turban eignet sich der knittrig weiche Stoff auch gut, aber irgendwie hatte ich Lust auf ein Kleidungsstück für mich. Also kam mir die Idee zu einem Ruckzuck Rock…probiere es aus, es geht so schnell und Du hast einen tollen neuen Sommerrock im Kleiderschrank. Ich habe den Stoff nicht vorgewaschen, na klar, es konnte wieder mal nicht schnell genug gehen. Du solltest aber bedenken, dass Musselin unter Umständen beim Waschen noch mal stark zusammenkittert, damit erhält er seine typische Struktur, verliert aber auch an Grundmaß.

Der Rock musste für mich außerdem ein gewisses Mitwachspotenzial haben, damit der Babybauch auch noch im Hochsommer reinpasst. Ich habe ihn für mich so konzipiert, dass ich ihn auf der Hüfte tragen kann oder wie zur Zeit in der Taille über dem Bauch…der elastische Gummiband macht das möglich.

Ich trage unschwanger ein Konfektionsgröße 38/40.  Ich bin 169 cm groß. Mein Hüftumfang beträgt derzeit 105 cm und mein Taillenumfang 83 cm.

Mit den unten angegebenen Maßen sollten die Größen 36 bis 42 abgedeckt sein, lediglich die Länge des Gummis muss variiert werden. Bei größeren Größen sollten in den Weiten ggf. ein paar Zentimeter dazugegeben, bei kleineren Größen ggf. ein paar Zentimeter abgenommen werden. Außerdem hängst es davon ab, wie sehr Dein Rock Falten werfen soll, wie breit Dein Zuschnitt letzten Endes ausfallen muss.

Aber nu mal los:

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Der hier verwendete Musselin liegt 130 cm breit (im Bruch also 65 cm). Du benötigst 100 cm (je nach Größe ggf. ein paar Zentimeter mehr oder weniger) für den Rockteil. Schneide nun den Bruch auf. So erhältst Du zwei Rockteile von jeweils 100 x 65 cm. Der Trick an der Geschichte ist, dass wir nicht wirklich mit dem Fadenlauf arbeiten, so sparen wir Stoff und alles geht schneller. In diesem speziellen Fall geht das auch (wenn Du mit einem anderen Stoff arbeitest, besonders bei gemusterten oder Stoffen mit Strichrichtung, musst Du den Fadenlauf allerdings unbedingt beachten).

Außerdem benötigst Du einen Streifen für den Bund, der 10 cm hoch ist und die selbe Breite wie Deine Rockteile hat (hier also 100 cm).

Um das Maß für dein Gummi zu ermitteln, solltest Du es am besten einfach um die Stelle legen, an der Dein Rock später sitzen soll, also z.B. die Taille. Lege das Gummi nun unter Spannung (so dass es für Dich bequem ist) um den Bereich und addiere im Anschluss 2 cm für die Nahtzugabe. Schneide das Gummi entsprechend zu. Bei meinem Taillenmaß von 83 cm war eine angenehme Länge 80 cm (mein Gummi ist sehr fest, bei weicheren Gummis ist evtl. ein größerer Dehnungsabzug angebracht). Dazu habe ich 2 cm Nahtzugabe addiert. Die Gesamtlänge des Gummis beträgt also 82 cm bei einer Höhe von 3,5 cm.

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Steppe nun mit einem Gradstich mit Stichlänge 5 eine Heftnaht in die beiden oberen Kanten Deiner Rockteile. Du benötigst diese Heftnaht, um Deine Rockteile einzukräuseln. Du kannst dafür auch gerne eine zweite Heftnaht im Abstand von ca. 0,5 cm unter die erste setzen, das erleichtert das Kräuseln etwas…ich war faul und habe nur eine genäht. Achte darauf auf beiden Seiten der Heftnaht genug Faden stehen zu lassen, damit Du diesen gut greifen kannst, um die Naht zusammenzuziehen. Verriegele die Nähte nicht, sie sind nur Hilfsnähte und werden später wieder entfernt.

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Falte nun Deinen Bündchenstreifen rechts auf rechts der Länge nach aufeinander und schließe ihn mit einem Geradstich mit gängiger Stichlänge (z.B. 3) und einer Nahtzugabe von 1 cm zu einem Kreis. Im Anschluss kannst Du das Bündchen hälftig falten, sodass die rechten Stoffseiten außen und die Naht innen liegen.

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Kräusele nun das Vorder- und Rückteil des Rocks jeweils auf die Weite des  halben Bündchens (also jeweils auf ca. 49 cm) ein. Du kannst Dir zu Orientierung Dein geschlossenes Bündchen einfach vor Dich legen und nun mit dem Kräuseln beginnen…Augenmaß ist hier mein gewähltes Mittel. Ziehe dafür an der offenen Heftnaht und schiebe den Stoff auf dem Gran gleichmäßig zusammen.

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Lege nun beide Rockteil im gekräuselten Zustand rechts auf rechts aufeinander und schließe die Seitennähte mit einem Geradstich bei 1 cm Nahtzugabe. Versäubere die Seitennähte im Anschluss jeweils gemeinsam mit einem Zickzackstich, um fieses Ausfransen zu vermeiden.

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Wende den Rock, sodass die rechten Seiten außen liegen und kennzeichne jeweils die Vordere und Hintere Mitte an Rock und Bündchen mit Stecknadeln (beim Bündchen ist die Naht die Hintere Mitte, genau gegenüber liegt die Vordere Mitte. Wenn Du den Rock so faltest, dass die Seitennähte aufeinander liegen, ihn also halbierst, erhältst auch jeweils die Vordere und Hintere Mitte). Schiebe das Bündchen nun mit den offenen Kanten nach oben zeigend über Deinen Rock. Der Bruch des Bündchens zeigt Richtung Rocksaum und Du solltest die Naht des Bündchens  an der Hintere Mitte des Rocks platzieren und entsprechend die Vorderen Mitten aufeinanderlegen.

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Nähe das Bündchen mit einem Geradstich an den Rock, lasse dabei in der Hinteren Mitte eine Öffnung von ca. 4 cm, durch die Du gleich Deinen Bundgummi einziehen kannst. Dafür befestigst Du am Gummi eine Sicherheitsnadel, ziehst das Gummi in das Bündchen und schließt es, indem Du es zwei Zentimeter übereinander legst und mehrfach mit einem Zickzackstich festnähst. Achte darauf, dass sich Dein Gummizug beim einfädeln nicht verdreht hat. Schließe nun die Öffnung in der Hinteren Mitte und versäubere die gesamte Bundnaht mit einem Zickzackstich. Du kannst Dein Gummi noch in der Hinteren Mitte  und den Seitennähten mit einem kurzen Geradstich fixieren, damit er sich später im Bund nicht dreht.

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Kürze den Rock nun auf die gewünschte Länge. Ich habe ihn tatsächlich einfach so gelassen und habe ihn nicht einmal gesäumt, da die Webkanten dieses Musselin stabil sind und beim Waschen nicht ausfransen. Du kannst den Saum ansonsten auf die verschiedensten Arten verarbeiten. Du kannst ihn versäubern, hochbügeln (z.B. 2 cm) und dann absteppen, Du kannst rollsäumen oder ihn eben wie ich einfach offen lassen…das geht schnell und sieht in diesem Fall auch sehr schön aus.

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An dieser Stelle möchte ich gerne meinem Model danken…nennen wir sie einfach mal Dolores….eine alte Schaufensterpuppe, die schon vielen Besuchern  – und auch immer wieder uns –  einen gehörigen Schreck eingejagt hat, wenn man ihr im Flur über den Weg läuft. Eigentlich habe ich sie nur zu Hilfe genommen, weil mir mit dem blöden Selfie-Stick einfach keine schönen Bilder gelingen wollen…praktischer Nebeneffekt ist, dass man gut sehen kann, dass dieser Rock sehr flexibel in der Größe ist, denn während ich mit Babybauch gerade mindestens eine 40 trage, ist Dolores SIZE ZERO Model und ich finde, er steht uns beiden gut. Also bis das Fotostudio angemessen eingerichtet ist, werde ich wohl noch öfter auf Dolores Hilfe angewiesen sein.

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Habt Spaß beim Nähen, ob mit Musselin, den Ihr auch im Shop bei uns bekommt oder anderem schönen Stöffchen…Hauptsache Selbermachen!

Kusskiss und Rock on!

 

 

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